Crawling To Lhasa von Kalacakra

Kalacakra

Crawling To Lhasa

Cover: »Crawling To Lhasa« von »Kalacakra«
1972
Crawling To Lhasa ist definitiv eine der abgefahrensten Psych-Platten überhaupt. Folkrock mit starken fernöstlichen Einflüssen und abgefahrenen Texten hören wir von Kalacakra:

…morgen kommt die Schwarze Pest, ob sie uns am Leben läßt, die Schwarze Pest, die Schwarze Pest…

Nachdem das Album von Garden of Delights im bestmöglichen Sound als CD veröffentlicht wurde, trat es zu einem Siegeszug durch die Krautrockszene an und zählt zu den besten psychedelischen Krautrock-Klassikern – jedenfalls für mich.

Die Künstler auf Crawling To Lhasa sollen nicht unerwähnt bleiben:

  • Claus Rauschenbach, g, perc, voc, harm
  • Heinz Martin, g, fl, p, vib, schalmei, cello, v, synth

Karthago

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Karthago

Cover: »Karthago« von »Karthago«
1971
Die Superscheibe Karthago der gleichlautenden Krautrockgruppe braucht einen Vergleich mit den ersten Alben von Rare Earth nicht zu scheuen. Im Gegensatz zu den Nachfolgeplatten werden hier teilweise noch progressive Töne angeschlagen. Joey Albrecht aus Hannover ist Chef und Gitarrist von Karthago.

Second Step

Cover: »Second Step« von »Karthago«
1973
Second Step von Karthago ist total für den us-amerikanischen Markt produziert. Eine eingängige Mischung aus Rock und etwas Funk bringt Karthago hervorragend auf Rille (damals). Joey Albrecht dominiert zwar an der Gitarre, doch der perfekte Sound entsteht erst durch die Unterstützung seiner Kollegen.

Rock'n Roll Testament

Cover: »Rock'n Roll Testament« von »Karthago«
1975
Karthagos Rock'n Roll Testament schafft es gerade noch so in die Liste. Zwar sind hammermäßige Lieder auf dem Album, wie z.B. das Titelstück, aber auch Teile, die sich zu sehr der us-amerikanischen Hitparade anbiedern.

Live At The Roxy

Cover: »Live At The Roxy« von »Karthago«
1976
Lange Zeit gab es von der Doppel-LP Live At The Roxy von Karthago nur eine abgespeckte CD-Version, auf der einige Lieder fehlten, u.a. der 'Urschrei' (We Give You Everything You Need). Seit 2011 gibt es ein Doppelalbum mit allen von der LP bekannten Liedern. Das MIG-Music Label machte dem Warten ein Ende.

Die Musiker sind alle spitzenmäßig. Der frühere Jeronimo-Schlagzeuger Ringo Funk gibt den Takt vor und der spätere Kraan-Keyboarder Ingo Bischof bringt gelegentlich ein paar Jazz-Phrasen in sein Spiel, wenn er am E-Piano sitzt, der Hammond und dem Moog bringt er stattdessen das Rocken bei. Zum Karthago-Mastermind Joey Albrecht muß ich nicht viel schreiben. Ein Supergitarrist. Doch die anderen Musiker tragen ebenso zum Gelingen dieses Live-Albums bei:

  • Tommy Goldschmidt, perc
  • Gerald Hartwig, b
  • Reinhard Bopp, g, voc

Kin Ping Meh

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Kin Ping Meh

Cover: »Kin Ping Meh« von »Kin Ping Meh«
1971
Das gleichnamige Debüt von Kin Ping Meh ist ein ganz seltenes Teil. Die CD-Ausgaben der ersten Kin Ping Meh Alben sind alle vergriffen. Auf dem Album finden wir Progstücke, aber auch eingängige Sachen. Alle Lieder, ob Balladen, Pop- oder Rocksongs sind voll durcharrangiert und bewegen sich auf sehr hohem Niveau.

Kluster

Klopfzeichen

Cover: »Klopfzeichen« von »Kluster«
1970
Kluster nannte sich der Vorläufer von Cluster. Zwei phantastische elektro-akustische Kompositionen spielte Kluster auf Klopfzeichen ein. Die Kluster Alben gelten als Vorläufer des Industrial. Gut gelungen ist den Akteuren auch die Verschmelzung von Text und Musik. Auf dem gesamten ersten Stück verliest eine Frau politische Texte, die Kluster mit der Musik pointiert.

Zwei-Osterei

Cover: »Zwei-Osterei« von »Kluster«
1970
Zwei-Osterei von Kluster ist ähnlich aufgebaut wie Klopfzeichen. Auf dem ersten Stück spricht nun ein Mann. Die Texte sind diesmal nicht nur politischer Natur, sondern auch religiöser. Gekonnt setzt Kluster eine atonal gespielte Flöte ein, um bei einigen Textpassagen eine nervige Stimmung zu erzeugen. Im zweiten Stück beweisen die Musiker, warum sie als Pioniere des Industrial gelten. Geräusche, hervorgerufen von unterschiedlichen Quellen und massiver Elektronikeinsatz erzeugen eine impulsive, aufwühlende Musik.

Was den elektronischen Teil des Krautrocks angeht, gehört Zwei-Osterei zu den Muß-Haben-Alben.

Eruption (Schwarz)

Cover: »Eruption (Schwarz)« von »Kluster«
1971
Auch auf dem dritten Album Eruption (Schwarz) experimentiert man mit akustischen und elektronischen Instrumenten. Daraus entsteht eine eigenwillige kosmische Geräuschsymphonie. Für Freunde der Anfänge elektronischer Musik sollte dieser Leckerbissen ein Muß sein – und es zeigt, wie reichhaltig der Krautrocktisch gedeckt ist.

Die elektroakustische Combo bestand aus Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius, die späteren Cluster und Konrad Schnitzler, der auf dem ersten Tangerine Dream Album, Electronic Meditation, mitwirkte.

Eruption erschien auch unter dem Namen Schwarz. Als Interpret wurde Konrad Schnitzler angegeben.

Kollektiv

Kollektiv

Cover: »Kollektiv« von »Kollektiv«
1973
Kollektiv veröffentlichte zu Lebzeiten nur dieses gleichnamige Album, auf dem experimenteller Jazzrock von Spitzenmusikern vorgetragen wird. Ein Superstück ist z.B. Rambo Zambo, Kraftwerks Ruck Zuck nachempfunden. Die Querflöte klingt doch etwas anders als bei Vivaldi. Man sollte also offen sein für Außergewöhnliches.

Das Kollektiv:

  • Jürgen Havix, g
  • Klaus Dapper, sax, fl
  • Jürgen Karpenkiel, b
  • Waldemar Karpenkiel, dr

Live 1973

Cover: »Live 1973« von »Kollektiv«
1973
Mit Live 1973 veröffentlichte Long Hair ein zweites Posthum-Album des grandiosen Krautrockkollektivs. Drei lange, nicht von ihrem offiziellen Album bekannte Lieder, sind auf der CD. Kollektiv: Rückseite des CD-Begleithefts von «Live 1973» Von den Liedern aus der ersten LP muß unbedingt das 24minütige Rambo Zambo erwähnt werden (Original 'nur' fast 12 Min.). Was der Flötist / Saxophonist Klaus Dapper für Töne aus seinen E-Blasinstrumenten, vor allem der E-Flöte, rausholt ist sensationell. Wo Xhol aufhörte, macht Kollektiv weiter.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Krautrock-Klassikers stellt das ruhige, trancige Subo dar. Auch hier gibts wieder reichlich Flöte.

Kovač New Set, Roland

The Master Said

Cover: »The Master Said« von »Kovač New Set, Roland«
1971
Das Roland Kovač New Set war eine Studiogruppe und ihr Werk von 1971, The Master Said, war weniger für das breite Publikum bestimmt, sondern diente Rundfunksendern als Hintergrundmusik oder fand in Form von Filmmusik seine Verwendung. Das schmälert jedoch nicht die Güte von The Master Said.

Auf dem ersten Stück spielt das Roland Kovač New Set Progrock erster Güte. Die Musiker zeigen par Excellence was sie können. Das zweite ist ein kosmisches Teil. Das dritte Lied erinnert an den Sound von A Whiter Shade Of Pale, während der letzte Track auf dem Album regelrecht romantisch ist. Das Ding würde gut zu den Kitschfilmen der 70er, à la Chris Roberts und Uschi Glas, passen. Aber die Orgel besitzt einen so eigentümlichen Klang, daß sich das Ganze affengeil anhört.

Außer Roland Kovač an der Orgel spielen mit: Der bekannte Schlagzeuger Charly Antolini, der Gitarrist Siegfried Schwab, der gerade seine Weltkarriere bei Et Cetera und Embryo startet und der längst verstorbene Bassist Franz Löffler.

Kraan

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Kraan

Cover: »Kraan« von »Kraan«
1972
Schlicht Kraan heißt das erste Album von einer der bekanntesten Krautrockgruppen jener Zeit. Teilweise klingen Psychedelic-Töne durch wie auf M.C. Escher oder Kraan Arabia, die zu den Kraan-Klassikern zählen. Aber im Kern ist Kraan eine Rockband, bei der es abgeht. Doch nicht nur gute Musik gibt Kraan zum Besten, nein, zusätzlich teilen Sie uns wichtige Lebensweisheiten mit:

…häng nicht rum, mach etwas…

Nachzuhören auf Sarah's Ritt Durch Den Schwarzwald. Zu erwähnen sei noch der 18minüter Head. Hier zieht Kraan alle Register. Jeder muß mal ordentlich ran.

Wintrup

Cover: »Wintrup« von »Kraan«
1973
Der nächste Coup der vier Krautrocker. Mit Wintrup hat Kraan wieder ein phänomenales Album aufgenommen. Der Saxophonist Johannes Pappert glänzt auf seinem Instrument und verleiht dem Sound mit dem Alt einen orientalischen Klang. Backs, Wintrup und Jack Steam sind mit die schönsten Kraan-Lieder überhaupt.

Andy Nogger

Cover: »Andy Nogger« von »Kraan«
1974
Mit Nam Nam ist das spätere Live-Kultstück auf Andy Nogger drauf. Allerdings geht die Studio-Version gegenüber den Live-Versionen nicht so ab. Auch sonst spielte Kraan lauter Krautrock-Klassiker auf dem Album ein, so z.B. Son Of The Sun, Holiday Am Marterhorn und das Titellied Andy Nogger.

Ein Konzert von Kraan besuchte ich um die 1990 im Capitol (Hannover, nicht Washington). Johannes Pappert spielte nicht mit, dafür trat ein Trompeter an. Vielleicht war es Joo Kraus von den späteren Tab Two? Es war voll das Abräumer-Konzert. Hellmut Hattler brillierte souverän am Bass und bei Nam Nam flippten natürlich alle aus.

Let It Out

Cover: »Let It Out« von »Kraan«
1975
Auf Let It Out erweitert sich Kraan um Ingo Bischof, den ehemaligen Tastenmann von Karthago. Der Klang von Kraan erfährt durch den fünften Mann eine Bereicherung. Neben typischen Kraan-Fetzern wie Let It Out gibts radiotaugliche, südamerikanisch anmutende Songs à la Prima Klima und kosmisches wie Die Maschine. Dort führen uns die Krautrockband und der Toningenieur Conny Plank vor, was man alles mit einer Echomaschine bewerkstelligen kann.

Kraan: Teil der Rückseite des CD-Begleithefts von «Let It out»

  • Ingo Bischof, keyb
  • Johannes Pappert, as
  • Hellmut Hattler, b
  • Jan Fride, dr
  • Peter Wolbrandt, g, voc

Live

Cover: »Live« von »Kraan«
1975
Live von Kraan ist nicht nur eins der besten deutschen Live-Alben, sondern kann auch mit internationalen Live-Aufnahmen locker mithalten. Natürlich findet man in der Trackliste Nam Nam und andere Spitzenlieder. Merkwürdigerweise enthält das Album keine Kompositionen ihrer zweiten LP Wintrup, dafür hören wir Songs, die nur auf Live vorhanden sind.

Wiederhören

Cover: »Wiederhören« von »Kraan«
1977
Der Saxophonist Johannes Pappert will sich Soloprojekten widmen und spielt auf Wiederhören nicht mehr mit. Auf manchen Stücken versucht das Keyboard von Ingo Bischof das Saxophon zu ersetzen, was auch ganz gut gelingt. Insgesamt ist ein Stilwechsel zu mehr eingängigen Sachen zu erkennen.

Nach Wiederhören löste sich Kraan, eine der erfolgreichsten Krautrockgruppen, das erste Mal in ihrer Bandgeschichte auf.

Kraftwerk

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Kraftwerk

Cover: »Kraftwerk« von »Kraftwerk«
1970
Der Krautrock-Kultklassiker Kraftwerk ist nicht zu vergleichen mit den späteren Werken von Kraftwerk. Es ist zwar auch Minimal-Musik, aber doch was ganz anderes als der Elektro-Pop der dann folgte. Hier strotzt noch das Leben und die Experimentierfreudigkeit. Die Musik hat noch nichts roboterhaftes. Solche Lieder wie Ruckzuck oder Vom Himmel Hoch haben Kraftwerk nie wieder hingekriegt. Wollten sie wohl auch nicht. Es lebe die Querflöte!

Kraftwerk 2

Cover: »Kraftwerk 2« von »Kraftwerk«
1971
Kraftwerk 2 ist insgesamt ruhiger als das Debüt. Der Übergang zu den späteren Kraftwerk deutet sich schon etwas an, vor allem auf Klingklang. Aber es wird noch viel ausprobiert. So erzeugt Kraftwerk mittels elektronischer Verfremdungen eine 'Atemsymphonie'.

Autobahn

Cover: »Autobahn« von »Kraftwerk«
1974
Autobahn bedeutete den internationalen Durchbruch für Kraftwerk. In der ganzen Welt erreichten die Single und die LP Autobahn Spitzenpositionen in den Hitparaden. Auf dem Vorgängeralbum Ralph Und Florian demonstrierten die beiden Kraftwerker ja schon ihre totale Abkehr von dem heftigen Elektronikrock ihrer ersten Jahre. Aber mit Autobahn manifestiert Kraftwerk seinen minimalistischen Computer-Kling-Klang.

Kravetz, Jean-Jacques

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Kravetz

Cover: »Kravetz« von »Kravetz, Jean-Jacques«
1972
Kravetz ist ein ganz seltenes Prog-Teil, das irgendwie untergegangen ist. Völlig zu Unrecht. Die Paniker Lindenberg, Kretzschmer und Stephan mischen auf der ersten Solo-LP von Jean-Jacques Kravetz, dem Ex-Frumpy Keyboarder, munter mit – und auf I'd Like To Be A Child Again kommt sogar Frumpy-Feeling auf, denn Inga Rumpf läßt ihre Stimmbänder vibrieren. Dieses Lied würde auch gut auf Frumpy 2 passen.

Kravetz ist eine abwechslungsreiche Platte mit hervorragender Gitarrenarbeit von Thomas Kretzschmer. Auch die anderen Musiker zeigen bzw. lassen hören was sie drauf haben.