Die Grüne Reise von A.R. & Machines

A.R. & Machines

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Echos Aus Zeiten Der Grünen Reise

Cover: »Echos Aus Zeiten Der Grünen Reise« von »A.R. & Machines«
1971 - 1975
Leider gibt es aus dieser Schaffensperiode von Achim Reichel kaum CD-Neuveröffentlichungen seiner Alben. Der Sampler Echos Aus Zeiten Der Grünen Reise beinhaltet Stücke aus allen LPs dieser Zeit. A.R. & Machines spielen experimentellen, elektronischen Krautrock, der von der damaligen Kritikerkaste stets aufs Heftigste verrissen wurde. Völlig zu Unrecht! Gerade auch diese «Grüne Reise Alben» festigen den Ruf Achim Reichels als einen bedeutenden Vertreter der deutschen Rockmusik mit den Stationen Rattles und Wonderland.

Die Grüne Reise

Cover: »Die Grüne Reise« von »A.R. & Machines«
1971
Achim Reichel hat auch mal psychedelische Musik gemacht. Und dazu noch extrem gut. Man muß A.R. & Machines zu den Pionieren des elektronischen und kosmischen, gitarrebetonten Krautrocks rechnen. Vergleiche zu Ash Ra Tempel sind wegen der Gitarrenspielweise durchaus angebracht, jedoch arbeitet Achim Reichel viel mehr mit Effekten und Verfremdungen. Übrigens spielt er alle Instrumente selber. Wer nur seine anderen Platten ab den 75ern kennt, wird ihn auf dem Krautrock-Klassiker Die Grüne Reise nicht wiedererkennen.

Echo

Cover: »Echo« von »A.R. & Machines«
1972
Für die Doppel-LP Echo holte sich Achim Reichel Unterstützung von anderen Musikern. So steuert Jochen Petersen auf dem ersten Stück ein ziemlich freies Saxophonspiel bei und einige Perkussionisten bereichern mit ihrem Rhythmus den Klangteppich.

Der ehemalige Chef der Rattles beweist erneut seine Experimentierfreudigkeit und belegt mit diesem Album, daß A.R. & Machines zu den Besten der kosmischen Gruppen zählen. Vielseitige Kompositionen befinden sich auf dem Album. Das Spektrum reicht von sanften Melodiebögen bis zu heftigen kosmischen Sonnenwinden. Auffällig sind die vielen Stimmvermischungen und -verfremdungen in den Stücken. Das war zu dieser Zeit voll in Mode. Ein Part erinnert entfernt an Pink Floyds Several Species Of Small Furry Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict.

A. R. Ⅳ.

Cover: »A. R. Ⅳ.« von »A.R. & Machines«
1973
A.R. & Machines sind auf dem Zenit ihres Schaffens angekommen. A. R. Ⅳ bietet auf seinen zwei Liedern erstklassigen Spacerock. Wie auf den Vorgängeralben ist wieder die ganze Space-Trance-Elektronik-Palette dabei. A.R. & Machines spielen sowohl ruhige als auch schnelle Trancemusik. Auf diesem Krautrock-Klassiker setzt Achim Reichel zudem verstärkt die Flöte und das Sax ein.

Accept

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Restless And Wild

Cover: »Restless And Wild« von »Accept«
1982
Auch in Deutschland kann man Heavy Metal spielen. Mit der Accept-Hymne 'Fast as a shark (Heidi)' findet sich sogleich ein Metal-Evergreen auf dem geradlinigen Debüt von Accept. Schwerer Rock mit viel Stahlwolle, gitarrenmäßig ähnlich Van Halen, erschallt auf diesem Erstling. Gesanglich erinnert Restless And Wild etwas an AC/DC.

Balls To The Wall

Cover: »Balls To The Wall« von »Accept«
1983
Bei Balls To The Wall, dem zweiten Werk von Accept, handelt es sich um ein, für Metal-Verhältnisse, äußerst abwechslungsreiches Album, das voll auf die Hitparade abzielt. Der Sänger Udo Dirkschneider besitzt ein umfangreiches Stimmpotential und auch die Gitarreros Wolf Hoffmann und Hermann Frank bemühen sich erfolgreich, nicht jede abgedroschene Metal-Phrase nachzuspielen.

Aera

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Humanum Est

Cover: »Humanum Est« von »Aera«
1974
Aera ist eine weltklasse Jazzrock-Gruppe mit dem Ihre Kinder Gitarristen Muck Groh. Viele gute Einfälle von exzellenten Musikern zeichnen die Lieder auf Humanum Est aus. Jedes Musikstück bietet einen facettenreichen Hörgenuß. Die zu Krautrock-Zeiten oft benutzte Flöte gehört auch zum Instrumenteninventar von Aera. Klaus Kreuzeder setzt mit ihr und dem Sax starke Akzente auf den Alben dieser herausragenden deutschen Gruppe.

Hand Und Fuß

Cover: »Hand Und Fuß« von »Aera«
1976
Der würdige Nachfolger von Aeras Debüt ist Hand Und Fuß. Das Album kommt etwas druckvoller rüber als Humanum Est und der Geiger Christoph Krieger beweist sein Könnnen auf vielen Solis. Auch die Verwendung der Flöte setzt wieder schöne Akzente in einigen Liedern. Wie von Aera gewohnt hören wir entspannten Jazzrock mit vielen Ideen, der nie langweilig klingt.

Agitation Free

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Malesch

Cover: »Malesch« von »Agitation Free«
1972
Diese bemerkenswerte Gruppe spielte zwei außergewöhnliche Alben ein, die laut The Crack In The Cosmic Egg zu den besten 100 Krautrock-Alben gehören. Agitation Free spielt auf Malesch meist ruhige kosmische Musik, gelegentlich muß man aber mit einer wilden, hart gespielten Gitarre rechnen. Einige Lieder enthalten Toncollagen von einer Ägyptenreise, auch sonst hören wir etwas orientbeeinflußte Musik mit tollen Einfällen.

2nd

Cover: »2nd« von »Agitation Free«
1973
Wie der Name schon sagt ist 2nd der zweite Krautrock-Klassiker von der Berliner Gruppe Agitation Free. Genauso klasse und abwechslungsreich wie der Vorgänger kommt 2nd auf einigen Stücken etwas rockiger daher. So auf Haunted Island, auf dem ausnahmsweise (sprech)gesungen wird.

Alcatraz

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Vampire State Building

Cover: »Vampire State Building« von »Alcatraz«
1972
Wieder eine sehr gute, einfallsreiche, progressive Jazzrock-Gruppe, die leider nur regionale Bekanntheit erreichte. Für mich zählt Vampire State Building von Alcatraz zu den Krautrock-Topalben, was viel an dem Flötisten und Saxophonisten Klaus Nagurski liegt. Aber natürlich sind die anderen Mitwirkenden genauso Spitzenklassemusiker. Erwähnen möchte ich noch Klaus Holst, der eine beißende Gitarre spielt (nicht nur).

Im Beiheft zur CD finden sich einige Anekdoten über Alcatraz. So wurden sie schon während eines Konzertes aus einer Discothek geschmissen, weil ihre Musik wohl etwas unorthodox rüberkam. Wer Vampire State Building hört, wird feststellen, daß nichts ausgelassen wird - erst softige Flötenpassagen und dann haunse voll auf die Pauke. So muß es sein!

Amon Düül 2

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Phallus Dei

Cover: »Phallus Dei« von »Amon Düül 2«
1969
Mit diesem Album begründeten Amon Düül 2 ihren Ruf als eine der Supergruppen des Krautrocks. Der Stil von den damaligen Amon Düül 2 kann wohl als einmalig hier auf Terra gelten. Orientalische und indische Einflüsse fließen in den abgedrehten Psychedelic-Rock dieser Formation ein. Ein besonderes Markenzeichen ist der arienhafte Gesang von Renate Knaup-Krötenschwanz, die merkwürdigen Namen der Lieder samt der zugehörigen Texte und für die ersten drei Alben sind Improvisationen über eine LP-Seite üblich. Das gleichnamige Titelstück auf Phallus Dei ist ein Beispiel dafür und auch für die Vielseitigkeit der münchener Combo. Kosmisch, rockig, elektronisch, weltmusikmäßig - alles ist drin.

Yeti

Cover: »Yeti« von »Amon Düül 2«
1970
Das Doppelalbum Yeti zählt zu den Top-Klassikern der Krautrock-Ära. Es ist dem Stil des Vorgängers Phallus Dei ähnlich und mindestens genauso so gut. Im ganzen sind die Stücke aber rockiger und manche sind sogar echte Ohrwürmer wie z.B. Archangel Thunderbird. Auffällig bei den abwechslungsreichen Liedern auf Yeti ist das unorthodoxe Geigenspiel von Chris Karrer, dem Gründer und Mastermind von Amon Düül 2, der auch schon Amon Düül mitbegründete.

Manana

Cover: »Manana« von »Amon Düül 2«
1971 - 1973
Manana enthält zwei Outtakes aus dem 71er Album Tanz Der Lemminge, während die restlichen Lieder Live-Aufnahmen von zwei Amon Düül 2-Auftritten in London sind. Hier beweist die Gruppe aus München ihre Live-Qualitäten, indem sie richtig zur Sache geht. Chris Karrer läßt sich nicht lumpen und bearbeitet nicht nur Gitarre und Geige, sondern legt auch fetzige Sax-Parts hin.

Tanz Der Lemminge

Cover: »Tanz Der Lemminge« von »Amon Düül 2«
1971
Tanz Der Lemminge ist das letzte Studioalbum von Amon Düül 2 mit ultralangen Stücken. Viele Breaks und elektronische Spielereien finden wir auf diesem Album verwirklicht und ein durchgängiges 18minütiges Spaceteil ist ebenso auf dieser Amon Düül 2 Veröffentlichung. Mittlerweile nimmt das Ausland den Krautrock zur Kenntnis und Amon Düül 2 kann in Großbritannien bei Publikum und Kritikern Erfolge verzeichnen.

Carnival In Babylon

Cover: »Carnival In Babylon« von »Amon Düül 2«
1972
Mit Carnival In Babylon läuten Amon Düül ihre sogenannte zweite Phase ein. Die Stücke werden kürzer und eingängiger und auf 20minütige Improvisationen verzichten die Musiker dieser klassischen Krautrock-Band. Nach wie vor kommen die Lieder im typische Düül-Sound daher, ausgeflippt und spacig - ganz im Gegensatz zu den Alben jenseits der 1975er.

Live In London

Cover: »Live In London« von »Amon Düül 2«
1972
Ein wunderbares Live-Album von Amon Düül 2 ist Live In London. Die Krautrock-Gruppe stellt hier hauptsächlich ihre Kompositionen aus Yeti und Tanz Der Lemminge vor. Die Münchner rocken gekonnt und mit viel Elan und bringen so ihr Publikum in Fahrt. Andererseits scheuen sie sich nicht lange Space- und Psych-Parts in den Tanz Der Lemminge-Tracks vorzutragen.

Die Repertoire Ausgabe von Live In London beinhaltet zwei tolle Bonus-Stücke.

Wolf City

Cover: »Wolf City« von »Amon Düül 2«
1972
Viele Amon Düül 2-Klassiker befinden sich auf Wolf City, z.B. Surrounded By The Stars, Green-Bubble-Raincoated-Man - bei dem vor Allem der mehrstimmige Gesang von Renate Knaup-Krötenschwanz hervorsticht, Jail-House-Frog oder Deutsch Nepal. Die Lieder auf Wolf City sind meist um die fünf Minuten lang und insgesamt scheint mir das Album etwas rockiger als die Vorgänger zu sein, aber nach wie vor Düül und nach wie vor sehr gut. Nicht ohne Grund zählt Amon Düül 2 zu den Spitzen-Krautrock-Gruppen.

Vive La Trance

Cover: »Vive La Trance« von »Amon Düül 2«
1973
Mit Vive La Trance präsentieren Amon Düül 2 ihr letztes Album im gewohnten Düül-Sound. Zum Abschied gibts viele Evergreens wie Fly United, Jalousi, Apocalyptic Bore, Dr. und Mañana. Der musikalische Breitengeschmack änderte sich jedoch Mitte der 1970er. Dem zollte die Krautrock-Legende leider bei ihren weiteren Alben Rechnung.

Hijack

Cover: »Hijack« von »Amon Düül 2«
1974
Mit Hijack versuchte Amon Düül 2 Anschluß an den Mainstream zu kriegen. Dieses Album wurde von vielen als kommerziell abgetan, das ist aber für mich nicht unbedingt ein Bewertungskriterium. Ich finde Hijack äußerst gelungen. Es ist das abwechslungsreichste Album dieser berühmten Krautrock-Gruppe, nicht mehr durchgängig psychedelisch, dafür vielseitige Rocklieder, Arrangements die man nicht von Amon Düül erwartet hätte und auch ein Bossa Nova von Ornette Coleman gelangte auf das Album. Genauso wie das wunderbare Lied Traveller, das in angenehmster Weise noch einmal den 'alten' Düül-Sound aufleben läßt.

Leider verschrieben sich Amon Düül 2 auf ihren weiteren Platten zu sehr dem Mainstream. Die Alben, die nach Hijack erschienen braucht man nicht. Nichtsdestotrotz hat diese Gruppe in sechs Jahren einen Krautrock-Klassiker nach dem anderen veröffentlicht und gehört zu Recht zur ersten Liga des Krautrocks.

Amos Key

Keynotes

Cover: »Keynotes« von »Amos Key«
1973
Keynotes von dem Trio Amos Key wurde erst Jahrzehnte nach den Aufnahmen beim damaligen SWF veröffentlicht. Die Titel wurden direkt und ohne Playback eingespielt. Amos Key spielen Artrock ähnlich Nice / ELP. Es handelt sich aber nicht um irgendeinen minderwertigen Abklatsch, sondern die Gruppe trägt intelligente, ideenreiche Eigenkompositionen vor, bzw. Interpretationen von klassischen Werken. Das tragende Instrument ist die Hammond, die solide Unterstützung von Baß und Schlagzeug erfährt.

Analogy

Analogy

Cover: »Analogy« von »Analogy«
1972
Analogy ist eine deutsche Gruppe, die ihren Wirkungskreis in Italien hatte und dort eine gewisse Popularität erreichte. Vorwiegend ruhige, orgelbetonte Kompositionen finden sich auf dem gleichnamigen Album. Die Sängerin Jutta Nienhaus verfügt über einen bemerkenswerten Gesangsstil. Melodischer Krautrock aus Italien, der auch in Deutschland bei Freunden des Progressive-Rock angekommen ist.

Annexus Quam

Osmose

Cover: »Osmose« von »Annexus Quam«
1970
Als experimentierfreudige Band erweist sich Annexus Quam. Sie spielen auf Osmose eine sich entwickelnde Musik, in der auch Blasinstumente wie Posaune und Saxophon eingesetzt werden. Viele guten Ideen machen Osmose zu einem Glanzstück im Krautrock-Universum. Das Album enthält 'flotte' kürzere Stücke und ein ultralanges meditatives.

Apocalypse / Die Anderen

Kannibal Komix

Cover: »Kannibal Komix« von »Apocalypse / Die Anderen«
1968
Die Anderen, die sich später wegen 'Auslandskompatibilität' in Apocalypse Apocalypse / Die Anderen: Das us-amerikanische und französische Cover von »Kannibal Komix« (Mittelseite des CD-Begleithefts) umbenannten, vollbrachten mit Kannibal Komix ein Meisterwerk, an dem sicher auch die Produzenten / Arrangeure Giorgio Moroder und Ralph Siegel einen maßgeblichen Anteil beisteuerten. Die Lieder auf dem Album sind bis ins Letzte durcharrangiert, wobei auch gelegentlich ein Orchester seinen Klangkörper zu Verfügung stellt. Das Ganze wirkt jedoch nicht trivial und teilweise handelt es sich um richtig kleine Kunstwerke. Wer schöne Poplieder der Spätbeatphase mit etwas Psych mag, wird sicher von diesem Werk begeistert sein.

Die Anderen verdienen durchaus ihren Platz in der Krautrock-Historie. Leider blieb ihnen der gebührende Erfolg versagt. Der Leadsänger und -gitarrist heißt übrigens Jürgen Drews – man sollte es nicht glauben!

Die Anderen spielten mal in einem Film die Hauptrolle, neben einer barbusigen Nixe, die irgendwie verspeist werden sollte. Ich sah den Film seinerzeit im Fernsehen, kann mich allerdings nicht an seinen Inhalt erinnern, nur das die Handlung ziemlich abgedreht war.

Apocalypse

Apocalypse

Cover: »Apocalypse« von »Apocalypse«
1969
Apocalypses zweites Album spielt auf dem gleichen hohen Niveau wie ihr Debüt. Wiederrum ist das zweite Meisterwerk Apocalypse bis ins Detail durcharrangiert, aber mit einer Finesse, die für damalige Zeiten Maßstäbe setzt, z.B klingt es mal nach Gregorianischem Chor mit etwas Uriah Heep und in anderen Stücken kommt eine progmäßig gespielte Gitarre zum Zuge.

Insgesamt ist Apocalypse rockiger und härter als das Vorgängeralbum Kannibal Komix, aber immer noch äußerst melodisch.

Ardo Dombec

Ardo Dombec

Cover: »Ardo Dombec« von »Ardo Dombec«
1971
Ardo Dombec gehört auch zu den vielen hervorragenden, aber leider unbekannten Krautrock-Gruppen. Mit ihrem Werk Ardo Dombec kreierte die Hamburger Gruppe ein Meisterwerk des deutschen Jazzrocks. Leider blieb es nur bei diesem einzigen Album, welches damals beim bekannten Pilz-Label erschien.

Die CD-Version von Garden Of Delights enthält vier Bonus-Lieder. Manche Stücke erinnern etwas an Warm Dust. Insgesamt ein gelungener Mix aus den damals üblichen Jazzrock-Spielweisen, der von klasse Musikern vorgetragen wird.

Besonders gefallen mir die tollen überlagerten Saxophon-Arrangements - Multiple Koller läßt grüßen. Und natürlich fehlt auch mein Lieblingsblasinstrument, die Querflöte, nicht. Auch das Gitarrenspiel ist abwechslungsreich und reicht von klassisch bis rockig.

Arktis

Last Arktis Tapes

Cover: »Last Arktis Tapes« von »Arktis«
1973 - 1975
Bei Last Arktis Tapes handelt es sich um Probeaufnahmen. Sie wurden vor dieser Garden of Delights CD nie veröffentlicht. Viele langen Gitarrenimprovisationen von dem hervorragenden Gitarristen Klaus Blachut sind auf der CD verewigt, während von der Sängerin Karin Töppig kaum etwas zu hören ist. Leider erlangte diese Krautrock-Gruppe nur im Bonner Raum eine gewisse Bekanntheit und Plattenverträge kamen bedauerlicherweise für Arktis nicht zu Stande.

Arktis Tapes

Cover: »Arktis Tapes« von »Arktis«
1975
Arktis Tapes ist zwar ein nettes Album, aber eigentlich nicht so, daß es in die Masthäf-Liste muß, obwohl auch einige sehr gute, inspiriert gespielte Stücke enthalten sind. Man muß aber unbedingt dazu sagen, daß es sich um Probeaufnahmen handelt, die dann von Arktis in Eigenregie veröffentlicht wurden.

Warum steht Arktis Tapes dann hier unter den Krautrock-Klasssikern? Weil auf der CD von Garden of Delights zwei Bonus-Stücke (16 u. 13 Min.) mit zwei sich fortwährend steigernden Gitarren sind, die das Herz eines jeden Krautrockers höher schlagen läßt. Mit diesen Probeaufnahmen hat Arktis sich u.a. bei Plattenfirmen vorgestellt.

Ash Ra Tempel - Göttsching, Manuel

Inventions For Electric Guitar

Cover: »Inventions For Electric Guitar« von »Ash Ra Tempel - Göttsching, Manuel«
1975
Als ich mir damals Inventions For Electric Guitar kaufte, bin ich ja glatt umgekippt - im übertragenen Sinn. So einen Sound hatte ich bis dazumal nicht gehört. Nur Manuel Göttsching an der Gitarre. Diese aber etliche Male überlagert. Auch wenn man nicht auf Kosmische Musik steht, dieses Album gehört in die Krautrock-Sammlung. Die Original-LP, in Quadrophonie aufgenommen, brachte das Label Cosmic Couriers raus.

Dies ist das letzte Album, welches noch den Namen Ash Ra Tempel beinhaltet. Die weiteren Platten von Manuel Göttsching laufen unter Ashra.

Ash Ra Tempel

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Ash Ra Tempel

Cover: »Ash Ra Tempel« von »Ash Ra Tempel«
1971
Auf dem Debüt von Ash Ra Tempel hören wir noch Klaus Schulze an den Schlaginstrumenten. Nach diesem Album widmete sich Klaus Schulze seiner erfolgreichen Solokarriere. Hartmut Enke spielt Baß und an der Gitarre wirkt der Kopf von Ash Ra Tempel, nämlich Manuel Göttsching. Zwei lange Stücke (20 und 25 min.) sind auf dem Album. Das erste ist ein treibendes Tranceteil, in dessem letzen Abschnitt die Gitarre mit jeder Metal-Gitarre mithalten kann. Das zweite wechselt zwischen ruhigen und schnellen Passagen. Allerfeinster Kosmosrock aus Krautrock-Landen.

Join Inn

Cover: »Join Inn« von »Ash Ra Tempel«
1972
Das dritte Werk Join Inn ertönt im bewährten Stil. Neu ist allerdings die Stimme von Rosi Mueller, die auf Join Inn ihren ersten Auftritt bei Ash Ra Tempel bestreitet, während Klaus Schulze ein letztes Mal bei den Krautrock-Pionieren zu hören ist. Mit Freak 'n' Roll befindet sich ein rockiges Tranceteil auf dem Album, ganz im Gegensatz zu dem zweiten, schon fast verträumten Lied. Dort belegt Rosis Stimme in einem großen Part die Hauptrolle.

Schwingungen

Cover: »Schwingungen« von »Ash Ra Tempel«
1972
Auf dem ersten Stück auf Schwingungen hören wir, daß man den Blues auch kosmisch spielen kann. Das zweite Lied, DARKNESS: Flowers Must Die fängt mit etwas kosmischem Geblubber an, um dann voll abzugehen. Zu der wilden Gitarre gesellt sich noch der agressive Gesang des Gastmusikers John L.. In der Anfangszeit war Kosmische Musik nicht nur Sphärenrauschen, sondern diese Musikrichtung konnte durchaus Garage die Stange reichen. Das dritte Lied ist typisch für das Genre. Softes Geplätscher und trancige, schnelle Parts wechseln sich ab.

Für mich sind Ash Ra Tempel, neben Tangerine Dream und Klaus Schulze, der übrigens bei beiden Gruppen auf den Debütalben das Schlagzeug bediente, die wichtigsten Vertreter der Kosmischen Musik. FreundeInnen dieser Musikrichtung sollten diesen Krautrock-Klassiker nicht ignorieren.

Starring Rosi

Cover: »Starring Rosi« von »Ash Ra Tempel«
1973
Ash Ra Tempels Starring Rosi wird von vielen wegen Rosis Sprechgesang als kitschig abgetan. Ich empfinde aber gerade das als gelungen. Die Lieder sollen halt eine bestimmte Atmosphäre widerspiegeln. Durchweg melodiöse Aufnahmen hält Starring Rosi für uns bereit - mal ruhiger, mal flotter und im Gegensatz zu den 20minütern der Vorgängeralben sind die Lieder auf dem hier vorgestellten meistens zwischen drei und fünf Minuten lang. Eine etwas andere Platte von Ash Ra Tempel, doch durchaus würdig für meine Krautrock-Liste.

Atlantis

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Atlantis

Cover: »Atlantis« von »Atlantis«
1972
Nach der Auflösung der Supergruppe Frumpy formierten Inga Rumpf, Jean-Jacques Kravetz und Karl-Heinz Schott ihre neue Band Atlantis. Mit dabei waren der später sehr erfolgreiche Schlagzeuger Curt Cress und der Gitarrist Frank Diez.

Die Lieder auf dem Debüt sind abwechslungsreich und von sehr guter Qualität. Sie sind eine Mischung aus Soul und Prog mit ausgefeilten Arrangements, wofür natürlich die Komponisten der Lieder stehen, nämlich Inga Rumpf und Jean-Jacques Kravetz, die beide den Krautrock mitprägten. Auf den nachfolgenden Alben konnten sie leider dieses Niveau nicht halten.

Live

Cover: »Live« von »Atlantis«
1974 + 1975
Auch bei ihren Live-Auftritten überzeugen Atlantis. Das mehr funkige Album Live sollte in der wohlsortierten Krautrock-Sammlung nicht fehlen. Die Musiker sind allesamt Spitzenklasse und gehen voll zur Sache.